Als der Mensch gelernt hatte, das für ihn lebenswichtige Feuer zu erzeugen, mußte er gleichzeitig erkennen, daß er durch dieses segensreiche Element gefährlich bedroht werden konnte. Häufig erlitt der Mensch Schaden, wenn das Feuer sich seiner Kontrolle zu entziehen vermochte. Schon sehr alte Chroniken berichten von Brandkatastrophen und auch davon, daß man durch Feuerordnungen und sonstige Maßnahmen der „Obrigkeiten" bestimmte Gruppen von Bürgern verpflichtete, bei auftretenden Bränden zu helfen. Den Städten oblag es vor allem, dem Stande der Technik entsprechende und zum Feuerlöschen geeignete Geräte vorzuhalten.
Daneben versuchte man schon früh, dem Entstehen von Bränden durch Bauvorschriften entgegenzuwirken. Diese befaßten sich insbesondere mit der gesicherten Herrichtung der Feuerstätten und ihren Rauchabzügen sowie mit der Einhaltung von Mindestabständen zwischen den Bauwerken oder mit deren Unterteilung durch Brandwände.
Beim Studium der Überlieferungen über die Organisation der Brandbekämp­fung mit ihrer bürokratischen Verpflichtungspraxis gegenüber den Bürgern ist zu erkennen, daß man damit keine befriedigenden Erfahrungen gemacht hat. Die auferlegten Pflichten wurden oft mißmutig aufgenommen und nur nach­lässig erfüllt.

1 Am Anfang des 19. Jahrhunderts bildeten sich Rettungsvereine, Turnerfeuer­wehren u. ä., die sich auch mit der Brandbekämpfung befaßten. In der Folge wurde bei Schadensfällen bessere Hilfe als vorher geleistet. In den kleineren Ortschaften blieb noch lange Zeit alles beim alten.
Mit dem Übergang der agrarischen Gesellschaft in die industrielle, technisch geprägte Zeit zeigte es sich, daß größere Brandrisiken auftraten und man zur Brandbekämpfung fachlich vorgebildete Spezialisten benötigte. In den Städten entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts Berufsfeuerwehren. Für mittlere und kleinere Orte erwuchs das Bestreben, die Bürger in Freiwilligen Feuerwehren zu organisieren. Ihre Tätigkeit sollte auf der Basis der Freiwilligkeit erfolgen und geübte Hilfskräfte bei Notständen für Menschen, Tiere und Sachwerte sicherstellen. Man versprach sich von freiwilligen Helfern mit einer speziellen Aufgabenstellung bessere Leistungen bei Brandfällen, als von den immer noch im großen Umfange Zwangsverpflichteten, die sich oft als unwil lige und undisziplinierte Menschen erwiesen. 

Die Gesetzgeber kamen den Bedürfnissen der Zeit nach und folgten den Bestrebungen weiter Bevölkerungsteile. Im Herzogtum Braunschweig wurde am 5. Mai 1874 das „Gesetz, das Feuerhülfswesen betreffend..." erlassen. Danach wurde gefordert, daß in jeder Gemeinde eine Feuerwehr     "...behufs Bekämpfung der Schadenfeuer..." gebildet wird.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Riddagshausen im Jahre 1874

Im Zuge dieser Entwicklungen erfolgte am 1.August 1874 die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Riddagshausen. Am 15. September 1874 erhielten 25 Freiwillige Feuerwehrmänner Feuerwehruniformen auf Kosten der Ge­meinde. Vier von den Mitbegründern kleideten sich auf eigene Kosten ein.
Als Ausrüstung stand eine Handdruckspritze, Schlauchmaterial, Feuerleitern und einige geeignete Werkzeuge zur Verfügung. Die 29 Feuerwehrmänner teilten sich — den Weisungen des Gesetzes folgend — in drei Sektionen auf. Diese „einexerzierte Feuerwehr" untergliederte sich in die Spritzenmann­schaft, die Steigermannschaft und in die Ordnungsmannschaft. Der Mitbegrün­der Gottlieb Dreborg wurde 1879 zum Zugführer gewählt. Er fungierte gleich­zeitig als Hauptmann.

Wer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden wollte, mußte sich einer kritischen Beurteilung unterziehen. Es wurde geprüft — wie heute noch — ob der Bewerber die Voraussetzungen an körperlicher und geistiger Leistungs­fähigkeit sowie die Anforderungen an Zuverlässigkeit erfüllte. Die Aufnahme konnte nur auf Grund eines Mehrheitsbeschlusses der Mitgliederversammlung erfolgen. Mangelhafte Teilnahme der Mitglieder am Feuerwehrdienst wurde mit Strafgeldern oder mit Ausschluß geahndet.
Bald wurde eine Reihe kleinerer Einsätze erforderlich. Die erste größere Be­währung der jungen Freiwilligen Feuerwehr forderte ein Großbrand auf dem Klostergut an den Weihnachtstagen des Jahres 1880. Den überlieferten Be­richten zufolge hat die Freiwillige Feuerwehr Riddagshausen in Zusammen­arbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Gliesmarode erfolgreiche Arbeit geleistet. In den folgenden Jahrzehnten haben die Feuerwehrmänner in und in der Umgebung Riddagshausens viele Proben hoher Zuverlässigkeit erbracht.
Die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr wurde laufend im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde verbessert und ergänzt. Noch bis 1928 erfolgte die Auslösung des Feueralarms durch Blasen eines Hornes an den zentralen Stellen des Ortes. Dann wurde eine Sirene beschafft, die ein Mehrfaches an Lautstärke und Wirksamkeit erreichte.
Zur Verbesserung der Pflegemöglichkeiten für das so wichtige und kost­spielige Schlauchmaterial der Feuerwehr wurde 1930 ein wesentlicher Fort­schritt durch die Inbetriebnahme eines neu errichteten Schlauchtrockenturmes am Gerätehaus erzielt. In den Jahren 1944—1955 leistete er gute Dienste bei der Schlauchpflege der gesamten Feuerwehr Braunschweigs. 1944 waren die Anlagen der Berufsfeuerwehr ausgebombt worden. Sie konnten erst 1955 wieder neu geschaffen werden. 1956 wies der Trockenturm in Riddagshausen starke bauliche Schäden auf. Er wurde abgerissen.
Die 1874 übernommene und 1878 überholte Handdruckspritze leistete bis 1932 zuverlässige Dienste bei vielen Brandfällen und Übungen. Nach fast 60 Jahren bekam die Feuerwehr eine Handdruckspritze neuerer Konstruktion.

Die Eingliederung zur Stadt Braunschweig im Jahre 1934

Im Jahre 1934 erfolgte die Eingliederung der bis dahin selbständigen Ge­meinde Riddagshausen in die Stadt Braunschweig. Die Freiwillige Feuerwehr wurde der städtischen Berufsfeuerwehr unterstellt. Einen Ausgleich für die eingeschränkte Selbständigkeit sahen die Freiwilligen Feuerwehrmänner dar­in, daß sie im gleichen Jahre eine motorisierte Feuerlöschpumpe erhielten. Drei Jahre später — 1937 — erhielten sie ein Kraftfahrzeug, einen sogenann­ten Zugwagen, der Mannschaft und Gerät transportieren konnte. Die Motor­pumpe wurde auf einem Anhänger mitgeführt. In dieser Zeit war es ein besonderes Ereignis, wenn eine kleinere Freiwillige Feuerwehr ein Kraftfahrzeug erhielt.

Die Ausrüstung wurde in diesen Jahren erheblich verbessert, aber es folgten bald auch organisatorische Maßnahmen, die wesentlich in das Gefüge der Freiwilligen Feuerwehr eingriffen. Das Feuerlöschwesen wurde reichseinheit­lich organisiert. Die Freiwillgen Feuerwehren wurden zu einer Hilfspolizei-truppe umfunktioniert. Wenn auch die Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr" erhalten blieb, so war die freiwillig übernommene Verpflichtung durch den von den politischen Führungsorganen angestrebten straffen Führungsstil starken Belastungen ausgesetzt. Die ehemals ausgeprägte innere Verbundenheit der Feuerwehrmänner mit ihren Familien untereinander konnte nur noch in Ein­zelfällen beobachtet werden. Diese dem Zusammenhalt abträglichen Ent­wicklungen steigerten sich, als ab I.September 1939 noch die besonderen Anforderungen und Nöte auftraten, die der zweite Weltkrieg mit sich brachte.
Der zweite Weltkrieg
In den bitteren Jahren des zweiten Weltkrieges kam es auch für die Riddagshäuser Feuerwehrmänner zu Leistungsanforderungen, die dem einzelnen oft das Letzte an Energie und Kraft abforderten. Am 27. 9.1943, am 30.1.1944 und am 15.10.1944 fielen in Riddagshausen Bomben. Das gab Arbeit für die Feuerwehr. Die örtliche Feuerwehr hatte die erste Last der Schadensbekämp­fung zu tragen. Bei den anderen Luftangriffen, die auf das Stadtgebiet Braun-schweigs und die nähere Umgebung niedergingen, hatten die Löschkräfte aus Riddagshausen einen erheblichen Anteil an der Durchführung der Feuerlösch-und Rettungsarbeiten.
Die Schäden nach dem großen Angriff am 15.10.1944, bei dem fast das ganze Stadtgebiet betroffen wurde, erforderten besonders harte Einsätze von den Riddagshäuser Feuerwehrmännern. Das Klostergut war zunächst die Einsatz­stelle. Später lagen die Einsatzstellen im Bereich Hagenring-Bültenweg-Kasernenstraße-Schunterstraße, das von einer zentralen Einsatzleitstelle als Einsatzgebiet zugewiesen worden war. Diese Tätigkeit dauerte mehrere Tage. Menschen mußten geborgen und eine Vielzahl von Bränden gelöscht werden. Die Anstrengungen für die Helfer waren erheblich. Die Erfolge im einzelnen wurden von der Einsatzleitung und den Geschädigten dankbar anerkannt.
Als weitere Einsätze nach Luftangriffen mit besonderen Belastungen für die Freiwillige Feuerwehr Riddagshausen sind zu nennen:
15.03.1944   Ernst-Amme-Straße MIAG Mühlenbauindustrie AG und Neustadtring Firma Eisenvater, Eisenwaren-Großhandel
08.04.1944  Petritorwall/Hohetorwall Wohn- und Verwaltungsgebäude
24.08.1944   Querum Gaststätte Waldeck und angrenzender Wald

Als der zweite Weltkrieg 1945 zu Ende war, machten sich die Menschen in ihrer zertrümmerten Heimat und ihrer erbärmlichen Not allenthalben einen „Ohne-mich-Standpunkt" zu eigen. Nach den Zerstörungen und den einge­tretenen Leiden, bei denen die Übermacht der Gewalt gegenüber den Hilfsmöglichkeiten so eindeutig hervortrat, konnten viele Zeitgenossen keinen Sinn mehr in einer aufopferungsvollen Helfertätigkeit sehen. Die Freiwilligen Feuerwehrmänner in Riddagshausen — wie in vielen anderen Ort auch — hielten jedoch an ihren Idealen fest und blieben zusammen, wenn auch die aufgezeigten Zeiterscheinungen nicht ganz ohne Auswirkung auf den Zu­sammenhalt blieben.
In der allgemeinen Not dieser Zeit und während der Besatzung durch Truppen der Westmächte wurde auch der Ausrüstungsstand der Freiwilligen Feuer­wehr geschmälert. Bei allen Schwierigkeiten wurde der Ausbildungs- und Übungsdienst wieder aufgenommen, die verbliebenen Geräte um so sorgfältiger gepflegt und um Nachwuchskräfte geworben.


Die Nachkriegsjahre

In den ersten Nachkriegsjahren traten in den Behelfsunterkünften vieler Bür­ger durch die baulichen Provisorien häufig Brände auf, bei deren Bekämpfung die Freiwillige Feuerwehr oft zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr heran­gezogen wurde.

Ein neuer Zeitabschnitt beginnt

Etwa ab 1960 fanden sich die verbliebenen Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Braunschweig in Lehndorf, Ölper, Veltenhof, Rühme, Querum, Melverode und Riddagshausen zu engerer Gemeinschaftsarbeit zusammen, die 1962 zur Gründung eines Kreisfeuerwehrverbandes führte. Als Ergebnis der gemein­samen Arbeit wurden erhebliche Fortschritte hinsichtlich der Organisation und der praktischen Dienstgestaltung erzielt. Im Jahre 1966 wurde eine ge­meinsam erarbeitete Satzung für die Freiwillige Feuerwehr Braunschweig vom Rat der Stadt beschlossen. Rechte und Pflichten erhielten eine zeitgemäße Festlegung. Damit wurde die Freiwillige Feuerwehr — unbeschadet ihres vereinsmäßigen Grundcharakters — als städtische Einrichtung bestätigt. Die Freiwillige Feuerwehr in Riddagshausen hat in dieser Organisationsform als Löschbezirk einen geachteten Platz.
Mit der am 1. März 1974 durchgeführten Gebiets- und Verwaltungsreform sind 22 bisher selbständige Gemeinden mit ihren Freiwilligen Feuerwehren zur Stadt Braunschweig gekommen. Es liegt im Bestreben dieser Tage, in dem erheblich größer gewordenen Stadtgebiet auch auf dem Sektor des Feuer­wehrwesens verbindende Organisationsformen zu finden und zu guter Zu­sammenarbeit zu kommen.
In allen Zeitabschnitten hat sich die Freiwillige Feuerwehr Riddagshausen den Anforderungen der sich laufend ändernden Umwelt als gewachsen ge­zeigt und sich fortentwickelt. Dank und Anerkennung haben die Feuerwehrmänner aller Generationen verdient. Stellvertretend für alle sollen hier die Namen der jeweils amtierenden ersten Führungskräfte festgehalten werden.
1874—1918    Gottlieb Dreborg 1940—1960    Erich Grewe
1919—1937    Carl Heinrichs        1960—1967    Paul Heinicke
1937—1940    Walter Bosse         1967—heute Günter Heinicke
Rückschauend läßt es sich nicht abschätzen, was in den 100 Jahren seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Riddagshausen an Opfern, an Frei­zeit und sonstigen Aufwand für Einsätze, Ausbildungs- und Übungsdienst sowie für die Wartung der Geräte freiwillig erbracht worden ist. Vielen Men­schen wurde geholfen und so mancher bedrohliche Schadensfall konnte durch diese Arbeit nicht zur Katastrophe werden.
In unserer sich technisch rasch entwickelnden Zeit treten mit den fortschritt­lichen Neuerungen in der Regel auch neue — bis dahin oft unbekannte — Gefahren auf, auf die sich die Feuerwehr fortlaufend schon ausbüdungsmäßig einstellen muß. Die Aus- und Weiterbildung wird in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr betrieben. Von den Führungskräften wird darüber hinaus noch die Teilnahme an Fach- und Führungslehrgängen an der Niedersächsi­schen Landesfeuerwehrschule in Celle gefordert.

Die Freiwillige Feuerwehr 1974

2Eine gut „einexerzierte Feuerwehr" allein, wie sie 1874 als erstrebenswert und ausreichend angesehen wurde, genügt heute nicht mehr, um die jetzt üblichen Brände mit ihren häufig auftretenden komplizierten Neben­erscheinungen erfolgreich bekämpfen zu können. Der Feuerwehrmann muß heute über ein umfangreiches Grundwissen über die bei einem Brande anzu­treffenden Materialien, über die Grundzüge der Bautechnik und über Brand­gefahren bei technischen Anlagen verfügen, damit er die zur Verfügung stehenden Löschgeräte und Löschmittel richtig anzuwenden versteht. Er muß sich einer anspruchsvollen, aber zugleich wegen seiner Vielseitigkeit inter­essanten Ausbildung unterziehen.
Alljährlich werden auf den Ebenen der Kreise und der Regierungsbezirke (Verwaltungsbezirke) Wettkämpfe der Freiwilligen Feuerwehren durchgeführt. Dabei werden fachbezogenes Arbeiten und Verhalten der Feuerwehrmänner in Gruppenarbeit gefordert und nach einem Bewertungssystem beurteilt. Diese Wettkämpfe eignen sich sehr gut dazu, die Leistungsfähigkeit der einzelnen Gruppen miteinander zu vergleichen, und es wird auch in Riddagshausen sehr viel Eifer darauf verwendet, die Bedingungen in hohem Maße zu erfüllen.


Der Ausrüstungsstand 1974
Die Freiwillige Feuerwehr in Riddagshausen hatte 1974 folgenden Personal- und Ausrüstungsstand:
19 aktive Mitglieder und
18 passive Mitglieder davon gehören 3 Feuerwehrmänner der Altersabteilung an

Feuerwehrgerätehaus am „Klostergang:. Das Gerätehaus ist um 1880 errichtet worden. Es erfüllt nicht mehr voll die zu stellenden Anforderungen und ermöglicht nicht die Unterbringung eines der heute gängigen Löschfahrzeuge. 1970/71 führten die Feuerwehrmänner die bauliche Überholung des Gerätehauses durch.
1 Feuerlöschpumpe
TS 8/8 mit einer Leistung von 800 l/min bei 80 m Förderhöhe.
1 Tragkraftspritzen-Anhänger
mit Feuerlöschgeräten für eine Feuerlöschgruppe. Darüber hinaus wird eine den örtlichen Verhältnissen angepaßte Menge an Schlauchmaterial vorgehal­ten.
Der Ausrüstungsstand der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil einer Stadt ist im Verbund mit der Berufsfeuerwehr und der dort jederzeit alarmfähigen Ausrüstung zu sehen.

Bei der Eigenart der Feuerlösch- und Rettungsarbeiten kann nur eine festgefügte Gemeinschaft abgerundete Leistungen erbringen. Diese Gemein­schaft erfordert, neben hohen Leistungen des einzelnen, auch einen guten kameradschaftlichen Zusammenhalt, der bei den Feuerwehrmännern meist bis in die Familien hineinwirkt. Das wird in Riddagshausen in traditioneller Weise gepflegt. Es haben sich Familientraditionen entwickelt. Die Zugehörig­keit zur Feuerwehr kann in einigen Familien über fast einhundert Jahre nach­gewiesen werden. In den Familien werden auch manche bei der Feuerwehr anfallenden Nebenarbeiten erledigt. Für diese stille Mitarbeit ist es angebracht, dankbare Anerkennung auszusprechen.
An einem so markanten Punkte in der Geschichte einer Helfergemeinschaft, wie es das einhundertjährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Riddags­hausen darstellt, sollte man nicht nur den Mitgliedern gratulieren, sondern auch den Bürgern dieser Ortschaft, daß sich aus ihrer Mitte immer wieder Menschen fanden, die diese Selbstschutzaufgaben freiwillig übernommen haben.
Die Notwendigkeit für das Vorhandensein einer Freiwilligen Feuerwehr ist in unseren Tagen keinesfalls in Zweifel zu ziehen. In der Stadt Braunschweig, wie in allen Ballungsgebieten, werden berufsmäßig tätige Kräfte zur Scha­densverhütung und Schadensbekämpfung bereitgehalten, die aufgrund ihrer Stärke und Ausrüstung die kleineren und mittleren Schadensereignisse mit Sicherheit beherrschen. Die Freiwillige Feuerwehr bildet eine notwendige, fachlich vorgebildete Reserve für Hilfeleistungen bei Katastrophen.
In Riddagshausen sind neben dem allgemeinen Schutzbedürfnis der Bewoh­ner noch besondere Anforderungen in feuersicherheitlicher Hinsicht zu erfül­len, die sich aus dem Vorhandensein historisch und baugeschichtlich wert­voller Bauwerke ergeben. Daneben gilt es Vorsorge zu treffen, daß es bei auftretenden Schadensfällen in den umliegenden Waldbeständen — mit ihrer unter Naturschutz stehenden Eigenart — nicht zu Katastrophen kommen kann, im Hinblick auf diese Gegebenheiten ist dem Vorhandensein der Freiwilligen Feuerwehr in Riddagshausen ein spezieller Wert zuzumessen.
Unter Würdigung der bisher geleisteten Arbeit und im Bewußtsein, daß sich die Häufigkeit der Brandfälle leider auch in Zukunft — wie bisher — steigern wird, ist zu wünschen, daß sich die Freiwillige Feuerwehr in Riddagshausen in den kommenden Jahrzehnten im Sinne ihrer Gründer weiterentwickelt, ihre selbstgewählte Aufgabenstellung erfüllt und damit der Allgemeinheit dient.
Rudolf Prescher

(Quellennachweis: Prescher, Rudolf: "100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Riddagshausen 1874-1974" in der Festschrift "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr" - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Riddagshausen. Braunschweig 1974. S.9-23.)